Bei Deponierung mineralischer Abfälle unverzichtbar


Bei Bau-, Abbruch- und Sanierungsarbeiten anfallende Abfälle sind, soweit dies technisch möglich und wirtschaftlich zumutbar ist, einer Verwertung zuzuführen. Für mineralische Bauabfälle aus dem Landkreisgebiet, die nicht verwertet werden können, betreibt der Landkreis Rastatt mehrere Deponien.

Die Deponieverordnung - DepV  regelt die Vorgehensweise bei der Deponierung von mineralischen Abfällen. Die wichtigste Anforderung ist, dass der abzulagernde mineralische Abfall im Vorfeld grundlegend charakterisiert werden muss (§ 8 DepV). Weiterhin sind in diesem Regelwerk in Anhang 3, Nr. 2, die Zuordnungswerte beschrieben, welche die zu deponierenden Abfälle einhalten müssen.

Die grundlegende Charakterisierung ist vom Abfallerzeuger oder einem verantwortlich Beauftragten durchzuführen. Sie beinhaltet Angaben zur Abfallherkunft, Abfallbeschreibung und Abfallzusammensetzung und es ist gegebenenfalls eine Deklarationsanalyse zu erstellen. Die grundlegende Charakterisierung ist dem Abfallwirtschaftsbetrieb vor der Anlieferung des Abfalls vorzulegen. Eine Annahme von Abfällen erfolgt erst nach Zustimmung durch den Abfallwirtschaftsbetrieb.

Vordruck zum Download:

Formular zur grundlegenden Charakterisierung nach Deponieverordnung

Abweichend davon ist in § 8 Abs. 8 DepV geregelt, dass bei der Anlieferung von Bodenaushub (17 05 04 – Boden und Steine) die analytische Untersuchung des Abfalls im Rahmen der grundlegenden Charakterisierung nicht erforderlich ist, wenn:

  • Der Abfall von nur einer Anfallstelle stammt
  • Keine Anhaltspunkte bestehen, dass die Zuordnungskriterien des Anhangs 3 für die Deponieklasse 0 überschritten werden
  • Keine Anhaltspunkte bestehen, dass der Abfall durch Schadstoffe, für die in Anhang 3 der DepV keine Zuordnungskriterien festgelegt sind, so verunreinigt ist, dass das Wohl der Allgemeinheit bei einer Ablagerung beeinträchtigt wird
  • Der Abfall nicht mehr als 5 Volumenprozent an Fremdstoffen, insbesondere Bauschutt, Metalle, Kunststoffe, Pflanzen/Wurzeln, Holz und Gummi enthält.

Treffen diese Kriterien zu, kann der Vordruck für die vereinfachte grundlegende Charakterisierung verwendet werden:

Vordruck zum Download:

Formular zur vereinfachten grundlegenden Charakterisierung für unbelasteten Bodenaushub

Wichtiger Hinweis: Ab einer Menge von 100 Tonnen ist grundsätzlich die Vorlage chemischer Analysen erforderlich.

Bauschuttkleinmengen


Kleinmengen von mineralischem Bauschutt bis zu 2 m³ gelten als grundlegend charakterisiert und auf die formelle grundlegende Charakterisierung nach Deponieverordnung kann verzichtet werden.

Zur Vereinfachung der Abwicklung bei der Annahme der Abfallsorte "nicht recyclingfähiger Bauschutt zur Deponierung" mit einer Menge von bis zu 50 Tonnen ist ebenfalls keine grundlegende Charakterisierung erforderlich, wenn der Abfallerzeuger dem Abfallwirtschaftsbetrieb in dem Vordruck Anlieferungserklärung die Unbedenklichkeit bescheinigt. Der Abfallwirtschaftsbetrieb übernimmt in diesen Fällen die Kontrollanalytik und entlastet dadurch den Anlieferer/Erzeuger.

Vordruck zum Download:

Formular Anlieferung unbelasteter Bauschutt


Zuordnungskriterien für Deponien


Auf den Bodenaushubdeponien kann Bodenaushub abgelagert werden, der die Zuordnungskriterien des Anhang 3, Nr. 2, der Deponieverordnung - DepV für die Deponieklasse 0 einhält.
Auf der Hausmülldeponie "Hintere Dollert" stehen zwei Ablagerungsbereiche zur Verfügung. So können dort solche mineralischen Abfälle wie Bodenaushub und Bauschutt deponiert werden, die die Zuordnungskriterien des Anhang 3, Nr. 2, der Deponieverordnung - DepV für die Deponieklasse I bzw. für die Deponieklasse II einhalten.